Monday, 13 May 2013

Liam and Caitlin

May I introduce you to these friends of mine? ;) You have probably met before, but they were a little shy back then, and they wouldn't even tell you their names, right? (No, not even me!)
I acquainted them with my friend Anja, and after a while, they began telling her their story. Anja was so kind as to write it down for us.

(I'm sorry though, again it's in German only.)


Sie lächelte. Dampf stieg von ihrer Teetasse auf, während vor dem Fenster dicke Schneeflocken vom Himmel fielen. Es schneite seit Tagen unaufhörlich und nichts erweckte den Anschein, als würde es in absehbarer Zeit aufhören.
Caitlin trank vorsichtig einen Schluck und starrte ins Schneetreiben hinaus. Er würde nicht wollen, dass sie sich Sorgen machte und bisher war ihr das auch recht gut gelungen. Sie hatte das Haus geputzt, war durch den Schnee, um sich um die verbliebenen Tiere zu kümmern. Die Ablenkung hatte ihr gut getan, doch nun war ihr die Arbeit ausgegangen, auf die sie ihre Gedanken konzentrieren konnte. Er war schon viel zu lange da draußen.
Sie waren schon immer wie Geschwister gewesen und keiner hätte je daran gezweifelt, ganz gleich wie sehr sie sich äußerlich unterschieden. Caitlin mit dem dunkelbraunen, langen Haar und den dazu passenden großen, dunklen Augen. Liam mit dem roten Schopf und der hellen Haut voller Sommersprossen, die seine blauen Augen noch mehr zum Strahlen brachten. 
Sie kannten einander, seit sie krabbeln konnten und die Freundschaft wurde nur noch inniger als Liams Eltern verunglückten, und Caitlins Vater ihn unter seine Fittiche nahm. Nun da sie unter einem Dach wohnten, waren sie überhaupt nicht mehr zu trennen. Hätte Liams Sanftmütigkeit allein nicht schon ausgereicht um unter Gleichaltrigen nicht allzu gut dazustehen, so hätte sein neues Zuhause sicherlich dafür gesorgt. 
Caitlins Vater war nach dem Krieg nie wieder derselbe gewesen. Ihre Mutter hatte die Koffer gepackt und ihre Tochter zurückgelassen, als er beschloß, die Welt nicht mehr ertragen zu können und sich in der Abgeschiedenheit des Waldes eine Hütte zu bauen. Der tägliche Schulweg war beschwerlich, doch nie hätte Caitlin auch nur einen Gedanken daran verschwendet ihren Pa alleine zu lassen. Er brauchte sie.
Liam hatte eine spaßige Leichtigkeit mitgebracht, als er bei ihnen einzog. Er kümmerte sich um die Tiere und sammelte Feuerholz, während sie für den Haushalt und ihren Vater sorgte. An seinen seltenen guten Tagen saß der Mann lesend in seinem Ohrensessel und die beiden nutzten diese kostbaren Stunden, um ihrer liebsten Beschäftigung nachzukommen. Sie streiften durch den Wald, wurden eins mit der Natur, sie kletterten mit den Eichhörnchen und sangen mit den Vögeln. 
Dann starb Pa. Ihre Verwandten wollten, dass sie zu ihnen in die Stadt kam, doch mittlerweile war sie alt genug um diese Entscheidung alleine treffen zu dürfen. Sie brachte es nicht über sich die Hütte, und somit das Andenken ihres geliebten Vaters,  zurückzulassen. Liam blieb bei ihr, wie er immer bei ihr geblieben war. So war es seitdem – sie interagierten kaum mit der Stadt, sie brauchten nicht viel und der Wald gab großzügig. Das Leben war nicht leicht, aber es war ihre Wahl gewesen und sie bereuten es nicht. Zumindest nicht bis dieser ausgesprochen harte Winter einbrach. 
Die Kälte und die dicke Schneedecke trieben einige der Tiere wohl vor Hunger schier an die Grenze des Wahnsinns, anders konnte Caitlin sich nicht erklären, weshalb der Fuchs dermaßen ausgerastet war. Für gewöhnlich hielten die Waldtiere respektvollen Abstand. Sie hatten vor den beiden Menschen nichts zu befürchten und dafür vergriffen sie sich nicht an deren Eigentum. 
Doch der Fuchs war an das Ende jeglicher Vernunft geraten. Er fand einen Weg in den Stall und wäre wohl unbemerkt geblieben, hätten die Hühner ihre Panik nicht lautstark zur Geltung gebracht. Liam war nach draußen gestürmt, nur Caitlins Geistesgegenwärtigkeit verdankte er es, dass zumindest Schal und Mütze ihm ein wenig Schutz vor der Kälte boten. Vom Fenster aus konnte sie beobachten, wie das Unglück seinen Lauf nahm. Er öffnete die Stalltür, erspähte wohl den Fuchs und war einen Moment lang nicht achtsam. Lange genug, um dem panisch und ziellos ausschlagenden Pferd die Chance zu geben, an ihm vorbei ins Freie zu stürmen. Lisbeth dürfte ihn dabei wohl gestreift haben, denn Liam taumelte einige Schritte zurück. Nun nahm auch der Fuchs reißaus und schnell wurde die Tür wieder geschlossen ehe noch weitere Tiere entkommen konnten. Liam wandte sich zum Fenster, und sie verstand augenblicklich.
Lisbeth war nicht mehr die Jüngste, dennoch war sie kaum noch in Sichtweite. Er würde ihr hinterher. Der zarte, rothaarige Junge, der mit seinem Pullover nicht annähernd ausreichend gekleidet war für das Wetter, in das er lief. Sein Herz für Tiere ließ ihn jedoch keine Sekunde an sich selbst denken, das war stets Caitlins Aufgabe gewesen.
Angestrengt starrte sie aus dem Fenster und wartete darauf, im Schneetreiben eine sich nähernde Gestalt erkennen zu können. Sie würde nicht aufhören zu warten, ganz gleich wie oft ihr Tee kalt wurde und sie neuen brühte. Wenn er durch die Tür kam, würde der Tee ihn wärmen. Sie zweifelte keinen Moment daran, dass er zurückkommen würde, schließlich hatte er sie noch nie im Stich gelassen.






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